Portrait

Wenn wir heute in den Supermarkt einkaufen gehen, wissen wir oft nicht, woher die Produkte kommen, wie sie angebaut wurden und wie die Arbeiter:innen behandelt werden. Eine fehlende Verbindung gibt es nicht nur zu unserem Essen, sondern auch zu unseren Mitmenschen. Wir leben in einer Gesellschaft mit wachsender Ungleichheit, was sich ganz alltäglich auch darauf auswirkt, wie und was wir essen. Doch mit fehlendem Wissen über diese Probleme können wir sie nicht lösen. Und schon gar nicht alleine.

Um uns wieder mehr mit unserer Ernährung und unserer Nachbarschaft zu verbinden, wurde SuperCoop Berlin eG gegründet. Ein Supermarkt, der seinen Mitgliedern gehört. Genau wie ein normaler Supermarkt bietet er ein Vollsortiment mit über 3.000 Produkten an. Die Unterschiede: 

  • In den Regalen findet man gute, gesunde und fair produzierte Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen. 
  • Mitglieder haben ein Mitspracherecht. Sie wissen genau, woher die Produkte kommen und wohin ihr Geld fließt, damit alle davon profitieren
  • Sie sehen unternehmerisches Handeln als Werkzeug, um das Gemeinwohl zu fördern und die Umwelt zu schützen. Gewinne sind für sie ein Mittel, nicht das Ziel.

Aber wie genau funktioniert das konkret? Bei SuperCoop Berlin eG haben alle Mitglieder drei Rollen:

Mitarbeiter:innen

Jedes Mitglied hilft 3 Stunden pro Monat in verschiedenen Arbeitsgruppen mit. So tragen alle zum täglichen Betrieb des Supermarkts bei, zum Beispiel beim Einräumen der Ware oder an der Kasse. Durch die Zusammenarbeit senken sie die Kosten und damit auch die Preise. Alle leisten einen Beitrag und alle profitieren. Deshalb kann man auch nicht mehr bezahlen und dafür weniger arbeiten. Es entsteht eine Gemeinschaft, in der alle ein aktiver Teil der Veränderung sind.

Miteigentümer:innen

SuperCoop Berlin eG gehört allen, die dort einkaufen. Jedes Mitglied zeichnet einen Genossenschaftsanteil in Höhe von 100 € und zahlt ein einmaliges Eintrittsgeld von 10 €. Auch eine Ratenzahlung über 2 Jahre oder Soli-Anteile sind möglich. Bei Beendigung der Mitgliedschaft erhält man seinen Anteil zurück. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit, an der Generalversammlung teilzunehmen und mitzuentscheiden. 

Kund:innen

Als Kund:innen können sie in ihrem eigenen Supermarkt einkaufen und haben Zugang zu einer Vielfalt an Produkten. Auch nicht biologisch zertifizierte Produkte werden angeboten, um den Einkauf für verschiedene Einkommensklassen zu ermöglichen. Zudem gibt es volle Transparenz, die sie neben Schildern im Laden u.a. auch durch das interne Wiki und Übersetzungen haben. Das heißt, dass sie Informationen darüber teilen:

  • wie die Lebensmittel hergestellt werden,
  • wie sie zu ihnen kommen,
  • wie die Preise entstehen
  • und was mit den Gewinnen passiert.

SuperCoop Berlin eG ist viel mehr als ein Supermarkt. Es ist ein Ort, an dem Menschen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten, zusammenarbeiten und voneinander lernen. Jedes aktive Mitglied kann neue Ideen einbringen und umsetzen.

Ihre Vorbilder aus New York (Park Slope Food Coop, 17.000 Mitglieder, seit 45 Jahren) und Paris (La Louve, 7.000 Mitglieder, seit 5 Jahren) zeigen bereits, wie es geht und auch in Deutschland helfen wir dabei, das Modell weiter zu verbreiten! 


Die Öffnungszeiten des genossenschaftlichen Supermarkts sind:

Mo 9 – 20 Uhr

Di geschlossen

Mi 9 –  20 Uhr

Do 9 – 20 Uhr

Fr 9 – 20 Uhr

Sa 9 – 20 Uhr

Steckbrief

Art der Partnerschaft

Lizenzpartnerschaft

Gründungsjahr

2020

Partnerschaftsbeginn

Januar 2023

Inhaber:in

1.060 Genoss*innen (Vorstand: Eugénie Wateau, Jessica Pawlak, Johanna Kühner, Marie Populus)

Rechtsform

Genossenschaft

Ort

Berlin

Anzahl Mitarbeiter:innen

6

Besonderheit

Unser Supermarkt gehört als Genossenschaft allen, die dort einkaufen, mitarbeiten und mitgestalten. Um regionale und biodiversitätsfördernde Landwirtschaft zu stärken, arbeiten wir mit Erzeuger*innen aus der Umgebung und machen gemeinsame Anbauplanung.

Wo kann ich die Produkte kaufen?

Natürlich im Laden im Wedding in der Oudenarder Str. 16, 13347 Berlin


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